MintaBlog

Imagefilm oder TikTok-Tanz?

Sind Imagefilme heutzutage noch relevant? - MintaMedia

Warum Unternehmen heute anders erzählen müssen

Das Thema „Imagefilm“ sorgt aktuell in vielen Marketingabteilungen, Geschäftsführungsbüros und Kreativteams für Diskussionen. Auf der einen Seite steht das klassische Konzept: Hochwertige Produktion, starke Bilder, professionelle Sprecherstimme. Auf der anderen Seite: Shortform-Content auf TikTok, Instagram Reels oder YouTube Shorts – meist schnell, spontan und maximal 60 Sekunden lang.


Und dazwischen? Viele Unternehmer und Unternehmerinnen, die sich fragen: Brauchen wir heute noch einen klassischen Imagefilm – oder müssen wir anfangen, für TikTok zu tanzen?

Der Imagefilm – einst das Prestige-Format der Unternehmenskommunikation Lange Zeit war der Imagefilm die Visitenkarte für Unternehmen: emotional erzählt, mit aufwendiger Technik produziert, auf Hochglanz poliert. Ziel war es, Vertrauen aufzubauen, Werte zu vermitteln und Professionalität zu zeigen – sei es auf der Website, bei Messen oder im Kino vor dem Hauptfilm.

Doch das Medienverhalten der Zielgruppen hat sich verändert. Die Aufmerksamkeitsspanne ist kürzer geworden als der Vorspann des Imagefilms. Inhalte müssen schnell zünden. Und sie müssen sich den Sehgewohnheiten auf Social Media anpassen: vertikal, mobiloptimiert, mit Untertiteln, direkt auf den Punkt. Der Wandel durch Shortform-Content – auch im B2B TikTok, Instagram Reels oder YouTube Shorts haben die Content-Welt revolutioniert. Was ursprünglich aus der Gen Z entstand, ist längst bei Entscheidungsträgern angekommen. Auch im gewerblichen Bereich scrollen heute Geschäftsführerinnen, Personaler oder Einkäufer in ihrer Freizeit durch Kurzvideos. Der Vergleich passiert unbewusst – und macht auch vor B2B nicht halt.
Das bedeutet nicht, dass man nun jeden Trend mitmachen muss. Aber es zeigt: Unternehmen, die mit Bewegtbild arbeiten, müssen sich den aktuellen Formaten stellen – und ihre Strategie überdenken.


Zwischen Professionalität und Nahbarkeit – zwei Welten, ein Ziel

Während klassische Imagefilme oft auf Perfektion setzen, punktet Shortform mit Authentizität und Tempo. Der eine wirkt wie ein gut komponiertes Porträt, der andere wie ein ehrlicher Schnappschuss aus dem Alltag. Beide können funktionieren – aber nicht auf denselben Kanälen und nicht für dieselben Zwecke.
Und genau hier liegt der Schlüssel: Nicht entweder–oder, sondern strategisch kombinieren.


Wann klassische Imagefilme weiterhin sinnvoll sind

Trotz des Trends zu Kurzformaten: Der klassische Imagefilm hat nicht ausgedient. Es gibt nach wie vor viele Anwendungsbereiche, in denen er seine volle Wirkung entfalten kann:
• Im Kino: Emotionale Wirkung, hohe Aufmerksamkeit, starkes Branding.
• Auf Unternehmenswebsites: Vertrauen aufbauen bei Erstkontakten, Werte vermitteln, visuelle Markenstärkung.
• Bei Messen und Events: Aufmerksamkeit gewinnen, visuelles Statement setzen, Wiedererkennbarkeit erzeugen.


Wichtig ist, dass diese Filme nicht mehr als starre Einzellösungen gedacht werden, sondern als Teil einer größeren Content-Strategie.

Die neue Realität: Hybride Formate und modulare Video-Strategien

Moderne Imagefilme sind kürzer, dynamischer und vielseitiger einsetzbar. Oft werden sie modular produziert: Ein Hauptfilm für Website oder Messe, ergänzt durch kürzere Formate für Social Media, Recruiting oder Ads. Sie arbeiten mit echten Stimmen, realen Szenen und verzichten auf übertriebenen Pathos.
Ein gutes Beispiel: Ein 90-Sekunden-Film mit starken Bildern, klarer Struktur und authentischen O-Tönen von Mitarbeitenden. Oder ein Messefilm, der in der Schleife läuft, ohne Ton, aber mit klaren Botschaften im Bild.
Diese hybriden Formen zeigen: Der Imagefilm lebt – aber in einer neuen Rolle.

Fazit: Der Imagefilm ist nicht tot – aber er braucht ein Update

Wer heute in Video investiert, sollte nicht fragen: „Machen wir einen Imagefilm?“ – sondern:
„Welche Story wollen wir erzählen – und wo schauen unsere Zielgruppen diese Geschichte?“
Professioneller Hochglanz und dynamischer Shortform-Content schließen sich nicht aus. Im Gegenteil: Unternehmen, die beides beherrschen, schaffen echte Nähe – und bleiben gleichzeitig souverän und überzeugend.
Und manchmal ist der Clip vom Azubi, der spontan durch den Betrieb führt, am Ende überzeugender als das teuerste Voice-Over der Welt.

WEITERE BEITRÄGE